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4. 11. 2019

Präsentation der Monografie in München

Die Präsentation der Publikation: Tracing the Art of the Straub Family am 24. 10. 2019 im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, München

Die Präsentation der zum Abschluss des internationalen Straub Projektes “Tracing the Art of the Straub Family” erschienenen Monographie war nach Graz, Zagreb und Ljubljana die vierte und letzte. Auf dem Programm stand für den Vormittag der Besuch der kath. Filialkirche St. Georg in Bichl. Der 1753 von Johann Baptist Straub geschaffene Hochaltar war eines von vier Kunstwerken, die im Rahmen des internationalen Projektes in Bayern untersucht wurden. Die Untersuchung in Bichl wurde im März 2019 durch die Studentin Lea Rechenauer (Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart, Lehrstuhl für Konservierung und Restaurierung von Gemälden und gefassten Skulpturen) und den Skulpturenrestaurator Rupert Karbacher durchgeführt worden.

Die Kolleginnen und Kollegen, die aus Kroatien, Slowenien und Österreich angereist waren, wurden um 9:00 von dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege mit zwei Bussen nach Bichl gefahren. Dort wurden in einer 30 minütigen Power Point Präsentation von Lea Rechenauer, die ihre Masterarbeit über die vergleichende Untersuchung der beiden Hochaltäre in München-Bogenhausen, St. Bichl und geschrieben hatte, die Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt. In seiner Einführung ging Rupert Karbacher, an Hand der Originalzeichnung J. B. Straubs, auf die ursprüngliche Gestaltungsabsicht J. B. Straubs und die zwischenzeitlich erfolgten Veränderungen ein. J. B. Straub war nicht nur ein begabter Bildhauer und ein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern er hatte auch einen untrüglichen Instinkt für die optimale Gestaltungsidee, die der architektonischen Situation angepasst wurde. Lea Rechenauer präsentierte die Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse für den Hochaltar in Bichl. Neben den Befunden zur Technologie der Holzbearbeitung und der Fassung wurden die bekannten Daten zur Entstehungsgeschichte und die formalen Veränderungen im 19. und 20. Jh. vorgestellt. Die umfassende Dokumentation der Kolleginnen und Kollegen der Restaurierungswerkstätten des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, die 1979-81 die Skulpturen in München restauriert und die Restaurierung der Altararchitektur vor Ort betreut hatten, war vor Beginn der Untersuchungen genau studiert worden. Die Analyse und der Abgleich mit den aktuell gewonnenen Erkenntnissen zeigten auf, dass den Kollegen bei der letzten Restaurierung bezüglich der Position der bemalten Rückwand eine Fehlinterpretation unterlaufen war. Die aus dem 19. Jh stammende Bemalung der Rückwand der hinter dem Altar befindlichen Nische und die ungefasste Kontaktfläche einer Profilleiste der Altararchitektur führten dazu, dass die Entstehungszeit der Nische in das 19. Jh. datiert und die Rekonstruktion der bemalten Rückwand zwischen Altararchitektur und Chorrückwand eingestellt wurde. Die Idee die Rückwand zu rekonstruieren entstand, da man während der Restaurierung drei originale Bretter gefunden hatte. Maßstabsgerechte Zeichnungen und Kartierungen in der Masterarbeit belegen die Fehlinterpretation und die formalen Veränderungen an der Altararchitektur zwischen 1753 und 1981.

Zurück in München stand ein Catering zur Verfügung, das für das leibliche Wohl der Teilnehmer sorgte. Im Hintergrund wurden Fotos von Ortsterminen in den Partnerländern gezeigt. Um 13:30 hielt Generalkonservator Prof. Dipl.-Ing. Architekt Mathias Pfeil, der Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, die Willkommensansprache. Er ging auf die Schwierigkeiten ein, mit denen ein Bildhauer des 18. Jh. zu kämpfen hatte, wenn er weit von seiner Heimat, im Ausland sein Auskommen suchte. Herr Pfeil drückte seinen Dank und seinen Respekt für die Leistungen aus, die im Zusammenhang mit dem Projekt von allen Teilnehmern erbracht wurden und zu dieser einmaligen Publikation geführt haben. Am Ende drückte er seine Hoffnung aus, dass durch die Ergebnisse des Projektes neue Ideen entstehen und sich die internationale Zusammenarbeit verbessert. Rupert Karbacher stellte anschließend die Publikation und ihren Inhalt vor. Den Abschluss bildete die Übergabe der Publikation an die Gäste.

Rupert Karbacher, Lea Rechenauer

Fotos: Julia Brandt