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3. 5. 2019

Ein neuentdecktes Werk im Œuvre Franz Anton Straubs

Das Œuvre von Franz Anton, dem jüngsten Mitglied der Straub-Familie, erweiterte sich vor kurzem durch ein neuentdecktes Werk. Abgesehen vom Hochaltar der Franziskanerkirche in Kostajnica und der Kanzel der Franziskanerkirche in Marija Gorica, wurde Straubs Name bislang nicht mit anderen Mönchsorden in Verbindung gebracht.

Wie auch immer, gelang es Martina Ožanić, PhD, Kunsthistorikerin des kroatischen Teams des Projekts Tracing the Art of the Straub Family, ein weiteres Werk zu identifizieren, dass sich bisher in der Literatur „versteckt“ hat, und zwar als Zuschreibung an einen unbekannten paulinischen Bildhauer. Die beiden Skulpturen, die Hll. Nicodemus und Maria Magdalena, ursprünglich vom paulinischen Kloster in Remete, nicht weit von Zagreb, befinden sich heute in der Pfarrkirche in Sveti Petar Čvrstec. Trotz der zahlreichen Dokumente und sorgfältig verwahrten Chroniken in paulinischen Klöstern, sind archivalische Quellen zu diesen Skulpturen (und zum Altar des Leidenden Christus, vom dem sie möglicherweise stammen) äußerst bescheiden. Es wird angenommen, dass sie um 1760 geschaffen wurden und die Person, die die Arbeit in Auftrag gegeben oder vielleicht nur die Ausführung gefördert hat, erneut der Bischof von Zagreb, Franjo Thauszy, war, der die Madonna von Remete besonders verehrte und sie oft aufsuchte. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass er Franz Anton empfohlen hatte, um einen neuen Altar zu schaffen.

Die stilistische und komparative Analyse dieser guten Skulpturen zeigen stringente Verwandtschaft  mit anderen Arbeiten, die er schuf. Ihre dreieckig geformten Gesichter mit schmalen, vollen Lippen, traurig wirkenden Augen, spiralförmig gedrehter Bart- und Haartracht, ihre breiten Schultern und die Form der Drapierung und der Muskeln mit betonten Details erinnern beispielsweise an die ähnliche Modellierung der Figur des Hl. Johannes des Evangelisten in Prepolno. Details der Figur der Hl. Maria Magdalena mit einem starken zylindrischen Nacken oder der schlangenähnlichen Drehung des Haares, das auf ihre Schulter fällt, zeigen Verwandtschaft mit der Skulptur der Hl. Maria Magdalena in Prepolno. Die Geste mit dem Taschentuch, das die trauernde Maria Magdalena benutzt, um ihre Tränen vom Gesicht zu wischen, ist ähnlich zu jener der Skulptur des rechten Engels am Altar der Schlosskapelle in Lužnica. Die Figuren mit deutlich gekrümmten Körpern zeigen Parallelen zu den Heiligenskulpturen an den Seitenaltären in Kloštar Ivanić.

Martina Ožanić veröffentlichte ihre Betrachtungen in der Zeitschrift Peristil; mehr Details sind im Werkkatalog unseres Online-Katalogs ersichtlich.

Fotos: Croatian Conservation Institute, Goran Tomljenović, 2019