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12. 4. 2019

Unerwartete Entdeckung – eine Skulptur Joseph Straubs in Görz

Die Mitglieder des slowenischen Teams des TrArS-Projekts stießen auf informelle Nachrichten, die besagten, dass eine – Joseph Straub zugeschriebene – Skulptur im Lager der Musei Provinciali di Gorizia aufbewahrt wird. Wir kontaktierten den Kurator des Museums, Allessandro Quinzi, der die Skulptur eben erst Joseph Straub zugeschrieben hat (noch nicht publiziert).

Zuerst wurde die Skulptur von der Kunsthistorikerin Valentina Pavlič untersucht, die die Zuschreibung bestätigen konnte, und sie sprach mit Quinzi über Möglichkeiten unserer künftigen Zusammenarbeit.

Am Dienstag, dem 26. März 2019, organisierten wir ein Meeting, an dem nicht nur der Kurator des Museums, Alessandro Quinzi, und Mitglieder des slowenischen Teams – Kunsthistorikerin Valentina Pavlič, Restauratorin Saša Dolinšek und Fotograf Valentin Benedik –, teilnahmen, sondern auch Dr. Giuseppina Perusini, Professorin an der Universität von Udine, und Restauratorin Elisabetta Ceccaroni. Wir untersuchten die Skulptur vorsichtig, während Valentin Benedik sie fotografierte.

Die Skulptur des Hl. Johannes Nepomuk ist ziemlich beschädigt und schmutzig und zeigt Überfassungen. Unter der monochromen Fassung finden sich an der Mozetta einige Teile Gold und Silber und einige Reste blauer Farbe am unteren Teil der (klerikalen) Kleidung (sehr wahrscheinlich handelt es sich bei diesen Überresten um die originale Fassung). Trotz des schlechten Zustands der Skulptur sind die Charakteristika des Stils von Joseph Straub gut erkennbar. Die Rückseite der Skulptur ist ebenfalls erwähnenswert, weil sie keine charakteristische Öffnung aufweist – wie andere seiner Skulpturen –, sondern gut geschlossen ist. Quinzi meinte, die Skulptur befand sich ursprünglich in Görz oder seiner Umgebung – definitiv aber in jener Gegend, die während des Ersten Weltkriegs verwüstet wurde (wir nehmen an, dass die Skulptur zu jener Zeit stark beschädigt worden ist). Jedenfalls ist es notwendig, zu betonen, dass die „Entdeckung“ der Skulptur unser Verständnis von der Aktivität Joseph Straubs in Vipava und seiner Umgebung sehr erweitert. Zwischen 1738 und 1741, als der Künstler in dieser Region dokumentiert wurde, musste er mehr Arbeiten geschaffen haben, als wir heute wissen. Die Skulptur in den Musei Provinciali di Gorizia macht uns Hoffnung, dass wir künftig mehr Werke Straubs in dieser Gegend finden werden.

Die Skulptur des Hl. Johannes Nepomuk wird jetzt im Lager aufbewahrt, was auch zukünftig so bleiben soll. Deshalb haben wir die Möglichkeiten der Restaurierungsarbeiten in Hinblick auf Dringlichkeit und Vernünftigkeit diskutiert. Giuseppina Perusini entnahm einige Proben für Laboruntersuchungen. Wir werden über die Ergebnisse und etwaige künftige Restaurierungsarbeiten berichten.

Wir laden euch herzlich dazu ein, unseren Online-Werkkatalog anzusehen, wo die Skulptur ebenfalls aufgenommen wurde.

Valentina Pavlič