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9. 10. 2018

Feldforschung zu den Aktivitäten der Straub-Brüder in Ungarn

Am 25. September 2018 besichtigten, die an dem Straub Projekt beteiligten Wissenschaftlerinnen: Ingeborg Schemper, Julia Strobl (Wien, Österreich), Valentina Pavlič, Saša Dolinšek (Slowenien) sowie Martina Ožanić und Martina Wolff Zubović (Kroatien) die Pfarrkirchen in Szécsisziget und Egervar und die Franziskanerkirche in Nagykanisza.

Ziel der Reise war es die die Arbeiten der Straub- Brüder im heutigen Ungarn kennenzulernen, das im 18. Jh. wie Slowenien und Kroatien zu Österreich gehört hatte und die bestehenden Zuschreibungen aus der entsprechenden Literatur zu überprüfen.

So werden die Skulpturen des Hochaltares der Pfarrkirche in Szécsisziget z. B. Philipp Jakob Straub zugeschrieben. Vor Ort kamen die Beteiligten nach längerer Betrachtung und Stilanalyse zu dem Schluss, dass die Skulpturen sich lediglich an stilistische Elemente des genannten Bildhauers anlehnen. Es wurde empfohlen die Archivrecherche zu diesem Altar weiter zu betreiben.

Valentina Pavlic stellte in der Franziskanerkirche von Nagykanisza die beiden Skulpturen der hll. Johannes Nepomuk und des hl. Florian vor, die als Werke Joseph Straubs gelten.

Auf dem monumentalen Tabernakel des Hochaltares der Pfarrkirche in Egervar stehen Kopien der Skulpturen der hll. Rochus und Sebastian, die Philipp Jakob Straub zugeschrieben werden. Die Originalskulpturen befinden sich im Museum der Schönen Künste in Budapest.

Während der Stilanalyse des gesamten Altares kam man zu dem Schluss, dass die hohe bildhauerische Qualität der Skulpturen und das mit ihnen verbundene ikonographische Programm nicht zu den übrigen Bestandteilen des Altares passen.

Der Pfarrer, der die Diskussion aufmerksam verfolgt hatte, berichtete über die Geschichte der Kirche, die Renovierungen und ihre Förderer.

Am nächsten Tag wurden die Originalskulpturen in Budapest im Museum der Schönen Künste besichtigt.

Empfangen wurde die Gruppe von den Kuratorinnen Zsuzsanna Boda und Anna Jávor, letztere gilt als Expertin für ungarischen Barock.

Trotz laufender Renovierungsmaßnahmen in den Räumen des Museums konnte dieses besichtigt werden, die Skulpturen aus Egervar wurden eigens für den Besuch der Arbeitsgruppe bereitgestellt.

In dem dazu geführten Fachgespräch wurde folgende Punkte erörtert: deren Provenienz, der Zeitpunkt der Aufstellung auf dem Tabernakel des Hochaltares der Pfarrkirche, der Zeitpunkt der Übernahme in das Museum und ihre stilistischen Eigenheiten.

Auch in diesem Fall wurde beschlossen die Recherche zu den Archivalien ins besondere in den Archiven der adeligen Familie fortzusetzen, die den Altar in Auftrag gegeben hatte.

Die Feldforschung in Ungarn endete mit einem Meeting der Expertinnen, in dem alle Punkte noch einmal zusammengefasst wurden und weitere Tätigkeiten geplant wurden.

Martina Wolff Zubović