Die Familie Straub

Johann Baptist Straub (1704–1784)

Der 1704 als ältester Sohn des Schreinermeisters Johann Georg Straub d. Ä. (1674–1755) in Wiesensteig geborene Johann Baptist lernte zunächst in der Werkstätte seines Vaters, ab 1721 in München bei dem mit der Familie Straub befreundeten Gabriel Luidl, der als bayerischer Hofbildhauer auch in den Schlössern Nymphenburg und Schleißheim beschäftigt war. Geprägt wurde der junge Bildhauer durch die an Frankreich orientierte Hofkunst unter Kurfürst Maximilian II. Emanuel (1662–1726) – Giullielmus de Grof (1676–1742) war seit 1717 in München, aber auch durch das dem neuen Formenvokabular des Rokoko verschriebene Frühwerk eines Egid Quirin Asam (1692–1750). Zur weiteren Ausbildung reiste Johann Baptist 1727 in die kaiserliche Residenzstadt Wien, wo er im Umfeld des Wiener Hofes tätig war. 1730 folgte ihm sein jüngerer Bruder Philipp Jakob, der in den Schülerlisten der Akademie nachweisbar ist. Zunächst arbeitete Johann Baptist bei Ignaz Gunst, danach beim Hofbildhauer des Prinzen Eugen von Savoyen, Christoph Mader (1697–1761). Die Bildhauerarbeiten für die Wiener Schwarzspanierkirche waren sein erster selbständiger Auftrag (1730–1734). Im Winter 1734/35 kehrte er nach München zurück, wo er fast ein Jahr beim betagten Hofbildhauer Andreas Faistenberger (1646–1735) tätig war. Im Gegensatz zu Wien, wo er als vorwiegend in Holz arbeitender Bildhauer nur eine untergeordnete Rolle spielen konnte, wurde er in München bereits 1737 zum Hofkünstler ernannt, seine Werkstätte galt rasch als die bedeutendste der kurfürstlichen Residenzstadt. Straub prägte vor allem in Zusammenarbeit mit dem Architekten Johann Michael Fischer die Bayerische Rokokoplastik. Als seine bedeutendsten Schüler gelten Ignaz Günther (1725–1775), sein Schwiegersohn Roman Anton Boos (1733–1810) und sein Neffe Franz Xaver Messerschmidt (1736–1783).